CLASSIC ROCK und Glaube - mit der katholischen und der evangelischen Kirche im Saarland.
Wie ein Song übers Loslassen mit einem Satz aus dem Matthäusevangelium zusammenpasst und warum wahre Freiheit erst beginnt, wenn wir die Kontrolle abgeben.
„Mein Ding“, „Stark wie Zwei“ und andere Hits – als Udo Lindenberg 2008 sein Comeback feierte, ging ein Song beinahe unter: „Interview mit Gott“. Dabei zeigt der den frischgebackenen 80jährigen von seiner nachdenklichsten Seite.
Natürlich ist „Interview mit Gott“ eine bissig-satirische Angelegenheit: Ein Interview „zur besten Sendezeit … nach dem Werbeblock“ – ein böser Seitenhieb darauf, dass heutzutage alles zur Unterhaltung wird – auch spirituelle Fragen. Und auch Themen wie das Leid in der Welt mit der immer wieder gestellten Frage: Warum lässt ein guter, allmächtiger Gott Leid, Elend und Not überhaupt zu?
Im Blick hat Lindenberg 2008 den Sudan, Kriegsschauplatz der damaligen Zeit. Aber jeder aktuelle Krieg könnte heute an dieser Stelle stehen. Denn die Frage bleibt: Warum müssen Menschen durch Kriege leiden und sterben? Wo bleiben die vielbeschworenen Schutzengel? Ist Gott das alles egal?
Spannend wird es, als Lindenberg Gott sprechen lässt: Er habe eine gute Welt geschaffen. Es sind die Menschen, die Unheil verursachen. Von Menschen gemachte Waffen – die werden im Song zum Symbol für jegliches von Menschen verursachte Leid. Friedensstifter und weise Menschen, die Gott gesandt hatte, wurden schlichtweg überhört.
Statt den Himmel verantwortlich zu machen, so Lindenbergs Gott, sollten wir Menschen selber Verantwortung übernehmen; in unserem Umfeld für Harmonie sorgen und für Hilfsbedürftige da sein. So ganz nebenbei einer der Kerngedanken des Christentums.
Nach knapp drei Jahren gibt es schon wieder ein Album der Rolling Stones: „Foreign Tongues“ klingt wie eine Frischzellenkur der späten 1970er Jahre. Der Song „Ringing Hollow“ wirkt sogar wie die Fortsetzung des 1972er Titels „Sweet Virginia“ – zumindest musikalisch. Der Text ist beängstigend aktuell.
„Ich war wahnsinnig in dich verliebt,
noch bevor wir uns überhaupt kennenlernten.
Ich habe deine Filme gesehen, deine Zigaretten geraucht,
bin deine Autobahn gefahren bis zum Gipfel des Berges.“
Eine Liebeserklärung an die USA – allerdings der 1950er, 1960er Jahre. Heute herrscht eher Enttäuschung. Symbolträchtig erscheint im Song die Freiheitsstatue ziemlich ramponiert. Sehr politisch heißt es dazu:
„Es gibt immer einen Schurken,
der versucht, die Menge aufzuhetzen.
Wenn Stimmen unterdrückt werden, will ich laut schreien.
Der Freiheit geht es nicht besonders gut.
Sie hat einen weiteren Riss in ihrer Glocke!“
Assoziationen dazu gibt es viele. Auch eine ins alte Israel vor 3000 Jahren: Dort warnt der Prophet Samuel: König Salomon wird zum Autokraten, unterdrückt sein Volk, schränkt Rechte ein, reißt sich Besitz unter den Nagel. Kurz nach Salomons Tod zerfällt sein Reich, wird von anderen Mächten geschluckt. Nicht erst seitdem warnt die Bibel eindringlich vor Machtmissbrauch.
Die Stones sind versöhnlicher: Keith Richards nennt „Ringing Hollow“ den letzten Versuch, den USA zu sagen: „Wir lieben euch!“ Der alte Samuel würde eher formulieren: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“
„Versteh mich nicht falsch, wenn ich irgendwie verwirrt wirke.
Ich sehe Neonlichter, sobald du vorbeigehst.
Wenn ich so abgelenkt wirke, denke ich an das Feuerwerk,
das beginnt, sobald du lächelst.“
Zitat aus „Don’t Get Me Wrong“ von den Pretenders. Sängerin Chrissie Hynde verpackt in diesem Song ein Liebesgeständnis: Falls ich zerstreut und geistesabwesend wirke, heißt das nur: Sobald ich dir begegne, kann ich meine Gefühle nicht mehr kontrollieren. Und mich selbst also auch nicht.
Weil für die Pretenders-Frontfrau Liebe nicht erklärbar ist, nutzt sie dafür im Song Bilder… vom Wetter: Fahles Mondlicht verleiht dem Song etwas Mystisches; Gewitter haben etwas Bedrohliches; Donner und Regen gelten schon seit Urzeiten als göttliche Mächte – unkontrollierbar und geheimnisvoll.
Gleichzeitig wird der Song zu einem Wegweiser für Liebende:
„Versteh mich nicht falsch“
ist die Bitte, sich jederzeit respektvoll und nachsichtig zu begegnen. Und Missverständnisse zu klären, bevor sie Folgen haben.
Etwas versteckt fordert Chrissie Hynde uns Hörer heraus. Ihre Frage
„Wer kann den Donner und den Regen erklären?“
ist rhetorisch gemeint. Erwartete Antwort: niemand! Dazu würde der Philosoph Ludwig Wittgenstein sagen:
„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“
Wer trotzdem viele Worte macht, läuft Gefahr, den Gesprächsgegenstand buchstäblich zu „zer-reden“.
Geredet haben wir über Chrissie Hyndes Faustregel für Liebe und Glück nun lange genug. Jetzt also die Pretenders – „Don’t Get Me Wrong“
Der Titel des 1980er Judas Priest-Albums „British Steel“ ist doppeldeutig: Die britische Stahlindustrie war Symbol des rasanten wirtschaftlichen Niedergangs im UK: Stellenabbau, Jobverlust, Kürzung von Sozialleistungen. Gleichzeitig versichert der Titel: Judas Priest bleiben hart wie zuvor. Mit „Breaking The Law“ liefert die Band eine schrille Begleitmusik zur Wirtschaftsflaute. Rob Halford singt:
„Da stand ich nun, völlig am Ende, ohne Arbeit und niedergeschlagen.
Es frustriert, wie ich von Stadt zu Stadt treibe.
Ich habe das Gefühl: Es interessiert niemanden, ob ich lebe oder sterbe. […]
So viel zur goldenen Zukunft! Ich komme gar nicht erst in Gang!
Jedes Versprechen wurde gebrochen. In meinem Herzen herrscht Wut.“
Der Refrain fasst den Ausweg zusammen:
„Das Gesetz brechen!“
Doch der Song ist kein Aufruf zur Gewalt. Er ist ein Hilferuf von Menschen, die ihre Lebensperspektiven verloren: Die Politik brach Versprechen; die Hoffnung auf Aufstieg, Wohlstand und Sicherheit ist zerstört; Betroffene haben den Glauben an Besserungen verloren. Wie es weitergeht, interessiert in Politik und Gesellschaft niemanden.
Lösungen liefert der Song nicht. Aber er ist ein Appell, Menschen nicht durch ein Raster fallen zu lassen, sie in ihrer Verzweiflung nicht allein zu lassen. Ein Appell an Verantwortliche in Staat und Gesellschaft zu handeln, bevor Verzweiflung zur Gewalt wird. Und an jeden Einzelnen: Betroffenen möglichst zu helfen. Das gilt übrigens auch über 45 Jahre später hier bei uns.
Stromausfall in Teilen Kanadas und der USA: Allein in New York sitzen rund 800.000 Menschen in U-Bahn-Tunneln und Fahrstühlen fest. Zum Teil 13 lange Stunden! Wirklich passiert ist das 1965.
Für Saxon-Shouter Peter „Biff“ Byford Stoff für einen Song: In „747 (Strangers In The Night)“ konzentriert er sich auf zwei Flugzeuge über dem John F. Kennedy-Airport: keinerlei Licht am Boden, kein Funk, kaum noch Treibstoff. Jede Orientierung für eine sichere Landung fehlt. Byford singt:
„Hier ist Scandinavian 101!
Kennedy, du solltest schon in Sicht sein.
Wir können hier in der Nacht nichts sehen.
Der Navigator sagt, wir sind auf dem Flugweg.
Es gibt keinen Funk, kein Lebenszeichen
Um Gottes willen, schaltet endlich eure Bodenbeleuchtung ein.“
Aus dem Kontrollturm singt Byford über den Anflug eines Jumbo-Jets:
„Da fliegt eine 747 in die Nacht hinein.
Sie haben keinen Treibstoff mehr, müssen bald landen.
Sie können nicht im Mondlicht landen.
Sie fliegen über das Ziel hinaus! Es gibt keine Leuchtfeuer.“
Dramatisch lassen uns Saxon an Ohnmacht und Verzweiflung teilhaben. Indirekt stellen sie dabei Fragen: Wie reagiere ich, wenn in einer konkreten Situation meine Lichter ausgehen? Habe ich einen eigenen, inneren Kompass, der mich „sicher landen lässt“? Und woran habe ich den ausgerichtet, dass er mich nicht in die Irre führt?
Auf diese Fragen sollte möglichst jeder Antworten haben. Denn der Refrain des Songs signalisiert auch: Seine dunkelsten Momente durchschreitet jeder für sich allein.
Ein unbekannter Songwriter aus der Nachbarschaft von Duff McKagan schreibt einen der leisesten Songs von Guns N' Roses – über das Loslassen der Vergangenheit. Nach seinem frühen Tod bekommt „Yesterdays" eine Bedeutung, die 1991 noch niemand ahnen konnte.
Ein Motorradunfall unter Drogeneinfluss zertrümmert Billy Idols Bein und bringt ihn an den Rand des Karriereendes. Doch die Geschichte verarbeitet er erst 31 Jahre später. „Bitter Taste" erzählt, wie aus einem Mann, der am Straßenrand in Trümmern lag, jemand aufsteht, der sein Leben neu versteht.
Tausende kommen jedes Jahr nach Hollywood – im Kopf den einen großen Traum. Die Red Hot Chili Peppers erzählen in „Tell Me Baby", was von diesem Traum meistens übrig bleibt. Ein Song ohne falsche Versprechen, aber mit einer überraschend ehrlichen Antwort.
Eine Netflix-Dokumentation über einen Sektenführer bringt Sänger Oli Sykes auf eine unbequeme Frage: Wie leicht folgen wir Menschen, denen wir vertrauen? „Mantra" liefert eine Antwort, die zuerst schmerzt – und genau deshalb befreit
Manche Legenden sind einfach wunderschön: so auch die von den Halbbrüdern Nelson, Otis, Lefty, Charlie T. jr. und Lucky. Die wollen 1988 einen Plattenvertrag. Aber schnell ist klar: Hinter den Traveling Wilburys stecken in Wahrheit Ex-Beatle George Harrison, Jeff Lynne vom Electric Light Orchestra, „Pretty Woman-Sänger“ Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan.
Viele ihrer handgemachten Songs mit tiefsinnigen Texten erscheinen neben den Alben auch als Singles. Eine davon: „Not Alone Anymore“. Roy Orbison singt:
„Du hast immer gesagt, am Ende würde ich zu dir zurückkommen.
Ich dachte, du wärst ganz auf dich allein gestellt.
Jetzt stelle ich fest, dass du nicht allein bist.
Du hast immer gesagt: Eines Tages würde ich wissen,
wie es sich anfühlt, wenn deine Liebe geht.“
Das Muster ist bekannt: Ein Partner verlässt die Beziehung, erkennt in der Trennung einen Fehler und kehrt reumütig wieder zurück. Die älteste schriftliche Vorlage zu diesem Thema liefert vor 2000 Jahren die Bibel: Im Gleichnis vom barmherzigen Vater geht es vor allem darum, dass ein Vater seinem heimkehrenden Sohn vollständig vergibt.
Verzeihung, Rückkehr und Neubeginn – das ist das eigentliche Thema von „Not Alone Anymore“. Dabei sagt der Song klar: Oft muss etwas wehtun, bevor man merkt, auf welchem Irrweg man sich befindet. Über allem aber schwebt die tröstliche Botschaft: Egal, wie weh es tut – du stehst nicht alleine da.
Wen die Musiker dabei letztlich als großen Halt im Blick haben, muss jeder für sich selbst beantworten.
1976 veröffentlicht Graham Parker den Song „Don’t Ask Me Questions“. Zwei Jahre später ergänzt er bei einer Neuaufnahme den Titel um die zwei Worte, die er im Refrain eh schon immer singt: „Hey Lord, Don’t Ask Me Questions“. Für das Musikmagazin Rolling Stone „ein Meisterwerk“. Parker singt:
„Wir hinterlassen einen blutroten Abdruck überall da,
wohin der Mensch seinen Fuß setzt.
Kriegstreiber lachen laut hinter einer bemalten Maske
und werfen der Menge Leckerbissen zu.
Dann sprengen sie den Ort in die Luft.
Wer begeht denn nun den Verrat, rufe ich mit blutender Hand.“
Über all dem schwebt in ständigen Wiederholungen:
„Hey Gott, stell mir keine Fragen. In mir gibt es keine Antwort.“
Auch wenn sich Parker selbst als religionsfeindlich bezeichnet – für manche Songs fand er Ideen in der Bibel. Bei „Hey Lord…“ im Buch Hiob: Hiob, einer von den Guten, verliert Besitz, gesamte Familie und Gesundheit. Und beklagt sich bitter bei Gott.
Graham Parker überträgt dieses Thema in die Moderne: Warum lässt Gott zu, dass die Welt ist, wie sie ist? Und dass Täter zu Tätern werden?
Natürlich weiß auch Parker: Wer volle Freiheit hat, kann diese auch missbrauchen. Und wer in seinem Handeln eingeschränkt wird, ist nicht mehr frei. Ein Dilemma!
Enttäuscht schreit der Musiker seine Ohnmacht hinaus – wie Hiob. Antworten kann er nicht liefern, will er auch gar nicht. Denn so müssen wir Hörer selber über den Zustand der Welt nachdenken. Und darüber, was wir in unserem eigenen Umfeld verändern können.
Endlich ist das zweite Album im Kasten. Aber dann will die Plattenfirma einen weiteren Song. Und zwar zügig. Die Studiozeit läuft. Und die ist teuer.
Nach fünf Minuten hat der Gitarrist ein Riff, nach 25 Minuten den ganzen Song. Den Text bekommt der Sänger gerade mal 10 Minuten vor der Aufnahme. Das Ergebnis: Black Sabbath und „Paranoid“.
Der Song erzählt von einer schweren Sinnkrise. Weil ihm seine Frau dabei nicht helfen kann, zerbricht die Beziehung. Das Gefühl, die Kontrolle über sein Leben völlig verloren zu haben, ist niederschmetternd. Ozzy Osbourne singt:
„Ich kann die Dinge nicht sehen,
die wahres Glück ausmachen. Ich muss blind sein!“
Vorhandenes nicht sehen können – schlimmer geht es kaum. Der Song ergänzt:
„Glück kann ich nicht spüren.
Liebe ist für mich fern meiner Realität.“
Ein Mensch, der keine Liebe kennt – ändern kann man das nur mit Hilfe anderer. Zitat:
„Ich brauche jemanden, der mir die Dinge im Leben zeigt,
die ich (allein) nicht finden kann!“
Erst später erfindet Ozzy seine Bühnenfigur des „Prince of Darkness“. Oft verblasst die Grenze zwischen Rolle und Realität, auch durch Alkohol und Drogen. Trotzdem gibt es immer Ozzys andere Seite: Er liest in der Bibel, betet vor Konzerten und trägt bewusst ein Kreuz um den Hals. Denn zeitlebens ist Ozzy auf der Suche nach einem tieferen Sinn im Leben, bittet um Hilfe, auch Gott. Ozzy, der „Madman“, ist ein Beispiel dafür, dass das Leben selten gradlinig verläuft. Krisen, Sehnsüchte und Zweifel gehören dazu – manchmal sogar bis an den Rand des Wahnsinns.
1976 veröffentlichte Roxy Music-Frontmann Bryan Ferry sein Soloalbum „Let’s Stick Together“. Geschrieben hat ihn der US-Country- und Bluessänger Wilbert Harrison 1962. Aber erst in einer Neueinspielung mit sozialkritischem Text wurde er als „Let’s Work Together“ zum Hit.
Bryan Ferry wählt bewusst das Original. Darin heißt es:
„Nun ist ja das Eheversprechen etwas sehr Heiliges.
Der Mann hat uns zusammengeführt.
Nun musst du dich auch daran halten.
Du weißt, wir haben geschworen, einander niemals zu verlassen.
Erst wenn der Brunnen versiegt ist, vermisst man das Wasser.
Komm schon, gib unserer Liebe eine Chance!“
Indirekt spielt der Song auf einen Vers im Markusevangelium an, der bis heute das Eheverständnis in der Katholischen Kirche bildet:
„Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen!“ (Mk 10,9)
Für Bryan Ferry spiegelte der Song damals Teile seines Lebens: Er war nämlich mit dem Model Jerry Hall verlobt. Die jedoch bändelte trotz Eheversprechens mit Rolling Stones-Shouter Mick Jagger an. Und so wird der Song zu Ferrys persönlichen musikalischen Appell, zu ihm zurückzukehren.
Genutzt hat das nichts. Vielleicht wäre es wichtiger gewesen, mehr aufeinander zuzugehen, mehr füreinander da zu sein, mehr Gemeinsamkeiten zu pflegen. Eine Garantie, dass das etwas hilft, gibt es allerdings auch nicht. Dennoch ist der Song ernst zu nehmen: als Mahnung zur Treue, vielleicht sogar als Bitte um Beständigkeit in einer Welt, in der alles vergänglich ist. Oft genug sogar die Liebe.
Als die Metaller von Volbeat 2013 ihr fünftes Studioalbum „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ veröffentlichten, knallte das sofort auf Platz 9 der US-Billboard-Charts. Sensationell für eine dänische Band! Einer der Antreiber zum Erfolg war wohl „Cape Of Our Hero“ – einer der Songs, in dem Sänger Michael Poulsen Trauerarbeit leistet und den Tod seines Vaters verarbeitet. Er singt:
„Gelegenheiten, die tieferen Kräfte in uns selbst zu entdecken, kommen,
wenn das Leben atmet und mehr zu sein scheint, als es ist.
Ich vertraue blind.
Du sagst mir, wie ich davonfliegen kann
und ich glaube, dass alle Engel kommen.
Reich der Väter und der Helden: Wo bist du?
Ich spreche jede Nacht mehr mit dir als ich sollte.
Was erwartet mich? Und wann wird der Tag sein,
an dem ich den Umhang tragen kann?“
Er glaube fest, so Poulsen, dass jeder Mensch seine eigenen Helden habe. Bei ihm sei das der Vater. Deshalb habe er diesen Song geschrieben, in dem ein Sohn seinen Vater verliert. Und mit ihm seinen Helden.
Doch unsere Helden, so der Song, sind nicht wirklich tot. Wenn man zu ihnen spricht, an sie denkt, dann wirken sie auch über ihren Tod hinaus als Vorbilder; wie Wegweiser für das eigene Leben, gerade in schwierigen Zeiten. Oder wie Poulsen singt: wie Engel. Die geben Hoffnung und Schutz. Wenigstens aber die Inspiration, die weiterhilft, wenn die eigenen Batterien völlig leergesogen sind. Eine geheimnisvolle Kraft, so wie der Umhang, der untrennbar zu den meisten Superhelden gehört.
Ein trauriger, aber auch ein hoffnungsvoller Song.
RADIO SALÜ
Saarlands bester Musikmix
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